Begegnung mit Sprachen

Immer mehr begegnen Kinder im Grundschulalter vor und während ihrer Schulzeit anderen Sprachen, sei es im Fernsehen, in Zeitschriften, in der Werbung oder im Hörfunk.

Durch die zunehmende europäische und außereuropäische Wanderungsbewegung und durch das mobile Freizeitverhalten kommen Kinder immer häufiger in Kontakt mit anderen Sprachen und Kulturen.

Die Schule kann sich diesen veränderten Kindheitsbedingungen nicht verschließen.In den Grundschulrichtlinien von 1985 wird der Umgang mit fremden Sprachen berücksichtigt:

„Wo die Kinder in ihrer Lebenswirklichkeit einer Fremdsprache begegnen, kann diese im Unterricht aufgegriffen werden. In spielerischer Form (Reime, Zungenbrecher, Rätsel, Lieder, Sing- und Bewegungsspiele) können die Kinder mit einer Begegnungssprache vertraut gemacht werden.“

Auch in der neuen Ausbildungsordnung Grundschule von 1997 wird die Bedeutung des Begegnungssprachenkonzepts hervorgehoben:

„ …auch die Begegnung mit anderen Sprachen wird im Rahmen des Unterrichts ermöglicht.“ (§7)

Deshalb ermöglichen wir unseren Schülern die Begegnung mit Sprachen in allen Fächern; denn BmS ist kein eigenständiges Fach und kein vorweggenommener Englischunterricht. Die Kinder sollen in Liedern, Reimen und durch interkulturelles Lernen Sprachzusammenhänge aufdecken und für die eigene Muttersprache sensibilisiert werden. Sie sollen Interesse an Sprache und Freude am Umgang mit ihnen haben und dadurch die Gleichwertigkeit aller Sprachen und Kulturen erfahren.

So wollen wir zum gegenseitigen Verstehen erziehen und dazu beitragen, dass bei den Kindern keine Vorurteile und ethnozentrische Denkweisen entstehen.

Die Umsetzung des Begegnungssprachenkonzepts heißt für unsere Schulgemeinschaft, dass wir in allen vier Jahren Sprachbegegnung stattfinden lassen.

Am Ende des vierten Schuljahres soll jedes Kind gelernt haben,

  • Strategien im Umgang mit Sprachen zu erproben,
  • Sprachverwandtschaften zu entdecken,
  • seine Wahrnehmung für Klänge zu schärfen,
  • fremde Schriften zu entdecken,
  • Gesetzmäßigkeiten der eigenen Sprache zu erkennen,
  • ausgewählte Lieder / Reime in fremden Sprachen nachzusingen bzw. nachzusprechen.